Naturwissenschaftlicher Verein Darmstadt e.V.

Verein

Willkommen

Der Naturwissenschaftliche Verein Darmstadt e.V. zählt im Landkreis Darmstadt-Dieburg zwar zu den altehrwürdigen, aber dennoch zu den der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft zugewandten Vereinen. Das Vereinssignet, ein grüner Kreis, verbindet Institutionen, Initiativen und Vereinigungen zum gemeinsamen Wirken für Naturschutz und naturwissenschaftliche Bildung, ganz im Sinne seiner historischen Intention. Der Verein vereinigt zahlreiche unterschiedlich Interessierte aus allen Bereichen der Naturwissenschaften und der -geschichte unter seinem Dach. Eine solche Breite an Interessengebieten verleiht dem NV Darmstadt einen besonderen Charakter.
Mit Ihrer Mitgliedschaft und Ihrem Engagement dokumentieren Sie Ihre Verbundenheit zum NV Darmstadt. Dank Ihrer Unterstützung können die Mitglieder dauerhaft zur Bereicherung und Erhaltung des facettenreichen Kulturangebots im Hessischen Landesmuseum Darmstadt sowie in Darmstadt selbst beitragen.

Der Kreis der Vereinsmitglieder

Seit 1880 unterstützt der Naturwissenschaftliche Verein Darmstadt e.V. in vielfältiger Weise seine Mitglieder beim Zugang zu neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Zum 100-jährigen Bestehen wurde die Vereinsarbeit von Seiten der Stadt DA durch die Verleihung der Silbernen Verdienstplakette gewürdigt. Zahlreiche Aktivitäten, Vorträge, Veranstaltungen und Fachpublikationen – auch in vereinseigenen Fachzeitschriften - wurden durch das Engagement des Vereins ermöglicht. Zahlreiche Exkursionen bringen den Mitgliedern die Besonderheiten der belebten und unbelebten Natur sowie der Erdgeschichte der näheren Umgebung und des (außer)europäischen Auslandes näher.

Die Aufgaben

Wir haben uns zur Aufgabe gestellt, die Interessengebiete der Vereinsmitglieder durch ein breites natur-, aber auch kulturwissenschaftliches Angebot zu bereichern sowie die Kenntnisse über (paläo)ökologische Zusammenhänge des Systems Erde zu mehren, um sie so stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dazu bilden Vorträge und Exkursionen das Rückgrat des Vereins. Dies soll in Zukunft auch in enger Kooperation mit anderen naturwissenschaftlichen Vereinen des Landkreises Darmstadt-Dieburg stattfinden.

Der Vorstand

Vorsitzender

Dr. Michael Wuttke
August-Bebel-Str. 62
D-64347 Griesheim
Tel.: 06155-76379
E-Mail: michaelwuttke@yahoo.de


Historie

23.11.2022: FOCUSED ENERGY – ein Startup-Ansatz zu Kommerzialisierung der Laserfusion Prof. Dr. Markus Roth
Energieforschung ist Zukunftssicherung: Über neunzig Prozent des Weltenergiebedarfs wird heute aus fossilen Energiequellen gedeckt. Die gegenwärtige Versorgungssicherheit lässt leicht vergessen, dass drohende Klimaschäden und begrenzte Brennstoffvorräte auf längere Sicht einen Umbau unseres Energiesystems verlangen. Das Problem wird verschärft durch die schnell wachsende Erdbevölkerung, den global steigenden Energiebedarf und, aktuell, die weltweiten Verwerfungen der Energieversorgung infolge des Ukrainekrieges. Auch um die Versorgung künftiger Generationen zu sichern, müssen deshalb alle Alternativen untersucht werden, die Kohle, Erdöl und Erdgas ersetzen können.

Die Auswahl an ergiebigen Energiequellen ist jedoch begrenzt: Neben Kernspaltung und Wind- bzw. Sonnenenergie bleibt als dritte Möglichkeit die Kernfusion, an der seit über 50 Jahren intensiv geforscht wird. Die wichtigsten europäischen Forschungsreaktoren sind die Tokamaks JET in Culham in Großbritannien und ASDEX Upgrade in Garching bei München sowie der Stellarator Wendelstein 7-X in Greifswald. Das zurzeit größte Projekt ist der internationale Forschungsreaktor ITER, ein Tokamak, der seit 2007 in Cadarache in Südfrankreich im Bau ist.

Einen revolutionär anderen Weg der Kernfusion möchte das ClimateTech Startup Focused Energy in Darmstadt und Austin (Texas) einschlagen. Es sieht die sogenannte Trägheitsfusion als Möglichkeit zur klimafreundlichen Energiegewinnung vor. Die kommerzielle Reife soll in den nächsten 15 Jahren erreicht werden.
Hierbei wird mittels modernster Lasertechnologie eine Fusionsreaktion zwischen den Atomkernen zweier Wasserstoffisotope in Gang gesetzt, wodurch „Trägheitsfusionsenergie“ (IFE) frei wird. Der Fokus der Energiefirma liegt auf sogenannten Targets. Bei dem Target handelt es sich um Kügelchen, die nur einen Millimeter groß sind und welche die zwei genannten Wasserstoffisotope beinhalten. Der Energiegehalt ist vergleichbar mit einer vollen Akkuladung eines Elektroautos mit über 500 km Reichweite. Per Laserfusion wird das Kügelchen mit hoher Geschwindigkeit in einen Reaktor geschossen, der eine Größe von zehn Metern hat. In der Reaktormitte wird es von den Laserstrahlen erfasst und heizt es auf sagenhafte 140 Millionen Grad Celsius auf. Die Atome verschmelzen miteinander und schaffen im Inneren des Kügelchens die Grundlage für eine Fusion. Wenn dies gelingt, ist die Energieausbeute daraus etwa einhundertmal größer als die Energie, die zur Initiierung der Reaktion benötigt wurde. Somit könnte Trägheitsfusion der Schlüssel zu beinahe unerschöpflicher und sauberer Energiegewinnung sein, und zwar bereits im kommenden Jahrzehnt.
Wie es der Zufall will, ist am 08.11.2022 ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen: "Eine Sonne auf Erden - Die Kernfusion hat das Potential, alle Energieprobleme zu lösen - und in Darmstadt arbeitet man daran." (Seite 19)
Pressemeldung des HLMD

Bild: Sonne ©NASA, (Public Domain)

05.10.2022 Der Ursprung des Lebens am heißesten Punkt der Erde, Dr. Hossein Rajaei, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Die Wüste Lut, oder Dasht-e Lut, liegt im Südosten des Iran und ist seit Juli 2016 die erste Naturerbestätte des Landes auf der UNESCO-Welterbeliste. Sie zählt zu den heißesten Orten auf dem Planeten und zeigt eine große Vielfalt spektakulärer Wüstenlandschaften. "Bedingt durch die Wendekreislage steht sie unter dem Einfluss der Passatzirkulation und ist somit eine Wendekreiswüste. Neben diesen Folgen wird die Aridität (Trockenheit) durch das südwestlich liegende Zāgros-Gebirge verstärkt. Infolge dieser Bedingungen ist der jährliche Niederschlag geringer als 50 mm (bei einer potenziellen Verdunstung von 5000 mm)."(Wikipedia) Die Wüste ist einer der heißesten Orte der Erde. Eine Bodenmessung im Sommer 2005 per Satellit ergab 70,7 °C, während einer wissenschaftlichen Expedition, an der auch der Vortragende teilnahm, konnte sogar eine Temperatur von 78,2 °C gemessen werden. Bis vor kurzem glaubten Forscher, dass dieses Ökosystem zu trocken und zu extrem sei, um überhaupt Leben zu ermöglichen. Dr. H. Rajaei wird über das Ziel und die ersten Ergebnisse eines internationalen und interdisziplinären Projekts berichten, das die Biodiversität hyperarider Wüsten untersuchen soll. Ausgehend von faunistischen Erfassungen werden insbesondere die Nahrungsnetze in solchen Gebieten analysiert. Die Forschenden entdeckten auf ihren Expeditionen Insekten, Reptilien und Wüstenfüchse. Wovon letztere sich ernähren? Von verendeten Zugvögeln!
Dr. Hossein Rajaei arbeitet in der Abteilung Entomologie als Kurator für Schmetterlinge an der integrativen Taxonomie und Phylogenie der spannerartigen Schmetterlinge (Geometroidea) am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Bereiche Taxonomie, Artkonzepte, Populationsgenetik, Klassifizierung und Phylogenie. Seine Studienmodelle sind Schmetterlinge der Familie Geometridae (Spanner). Geographisch konzentriert er sich auf die Paläarktis, insbesondere Westasien (einschließlich Mittlerer Osten, Kaukasus, Arabische Halbinsel und Zentralasien).

Blick von einem Dünenkamm auf die Wüste Lut, die heißeste Wüste der Welt (© Dr. Hossein Rajaei)

18.05.2022 Zoom-Vortrag: Alles muss nass! Moor-Wiedervernässung als gesellschaftliche Aufgabe. Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Josten, Universität Greifswald ✓durchgeführt
15.06.2022 Präsenzvortrag: Können Regenwälder wieder regenerieren? Ein neues Forschungsprojekt in Ecuador. Prof. Dr. Nico Blüthgen, TU Darmstadt ✓durchgeführt
Programm 2020 herunterladen (pdf 300 kB)
Programm 2019 herunterladen (pdf 400 kB)
Programm 2018 herunterladen (pdf 70 kB)
Programm 2017 herunterladen (pdf 170 kB)
Programm 2016 herunterladen (pdf 400 kB)
Stadtlexikon Darmstadt
Wissenschaftsstadt Darmstadt (→ Michael Siebert)
Archiv des Naturwissenschaftlichen Vereins (→ Michael Siebert)
Aktivitäten und Veröffentlichungen des Vereins in den Jahren 2010 - 2020
Aktivitäten und Veröffentlichungen des Vereins in den Jahren 2000 - 2010
Aktivitäten und Veröffentlichungen des Vereins in den Jahren 1954 – 2000

Mitgliedschaft

Die Chance

Als Mitglied des Vereins lernen Sie Gleichgesinnte kennen, die ihre Interessen mit Ihnen teilen und Ihnen einen unkomplizierten, fachkompetenten Zugang zu anderen naturwissenschaftlichen Fachgebieten ermöglichen. Als Mitglied des Vereins erhalten Sie exklusiv den Jahresbericht des Vereins mit Berichten zu Vorträgen und Exkursionen des vergangenen Jahres. Nur für Mitglieder des Vereins werden kostenfrei Literaturrecherchen zu Fachthemen durchgeführt (sofern diesbzgl. Expertise im Verein vorhanden ist). Der Verein bietet seinen Mitgliedern ein reichhaltiges Programm an Vorträgen und vereinsintern organisierten Exkursionen in das In- und Ausland. Hierzu werden jeweils Fachleute und Wissenschaftler in den Vortragssaal des Hessischen Landesmuseums DA eingeladen, bzw. Exkursionen werden von diesen vor Ort fachkundig begleitet. Sie erhalten das Halbjahresprogramm des Vereins, Einladungen zu Veranstaltungen, Exkursionen sowie Informationen über die Aktivitäten des Vereins.

Die Vorteile zusammengefasst


Mitglied werden ist ganz einfach

Einfach den Antrag ausfüllen und per E-Mail, Post oder FAX (032 221706457) einreichen.

Die Bedingungen

Ihre Mitgliedsbeiträge gelten für ein Kalenderjahr. Sie erhalten jeweils eine Jahresrechnung, die zugleich als Spendenquittung dient. Spenden, die den regulären Beitrag übersteigen, sind sehr willkommen, hier erhalten Sie ab einem Betrag von 100 € eine Spendenbescheinigung, ansonsten gilt steuerlich der Zahlungsbeleg. Unterstützen Sie mit Ihrem Beitrag den Naturwissenschaftlichen Verein Darmstadt bei seiner Arbeit für die Öffentlichkeit.

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